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Jugendstil Magazin / Reingelesen

"Der Schneemann" (Jo Nesbö)

'The End' (Ulrich Hofmann)
Autor:Stefan Rakebrand
Kamera:Torsten Porstmann
Länge:4 min



Warum geht denn hier der Film nicht los?

Oh, hallo liebe Leser!

Ihr schaut euch doch auch gern mal einen Film an oder? Ich zu meinem Teil bin ein kleiner Film-Freak: ich habe einige hundert DVDs bei mir zu Hause und gehe natürlich auch gern mal ins Kino. Ob ihr Autorenfilme oder Hollywood-Streifen lieber seht, dass liegt bei euch. Ich schaue mir so viele Filme, wie nur möglich an. Keine Angst, aus Reingelesen wird jetzt kein Reingeschaut, aber mein aktuelles Buch dreht sich um dieses Thema: Filme!

Es heißt "The End" und wurde von Ulrich Hofmann geschrieben. Hauptfigur ist der Videothekar Alexander Gast. Er kennt sich auch sehr gut in Filmen aus. Problem ist, dass dies fast sein ganzer Lebensinhalt ist. Er lässt keine Gelegenheit aus, aktuelle Geschehnisse mit Filmausschnitten zu vergleichen. Das geht irgendwann so weit bis er sogar überall Schauspieler sieht und von Synchronsprechern angerufen wird.

Dazu kommt seine Vergangenheit - die er nicht kennt! All das, was vor 10 Jahren passiert ist, deckt sich nur allmächlich im Laufe des Buches auf. Und dies geschieht auf zwei Zeitebenen. Sein früheres böses Ich und sein neues gutes Ich. Alexander macht außerdem merkwürdige Begegnungen mit Menschen, die glauben ihn schon mal in einem Film mitspielen gesehen zu haben. Oder anders herum: er selbst hat den Verdacht hat, eine Person von Früher her zu kennen.

Ich schaue mal zum Projektor...

Hmm... wo liegt denn das Problem?

Naja...jedenfalls spinnt sich ein Netz aus realen und surrealen Verbindungen zusammen, die außerdem mit Zitaten der größten Filme der Kinogeschichte verknüpft werden. Für Cineasten ein guter Grund von bewegten Bildern auf starre Buchstaben umzusteigen.

Aber wenn es nur darum geht einige Filmtitel in den Text einzubinden, dann wäre es für Filmfans noch recht lagweilig. Darum wird die Geschichte selbst von dem Protagonisten erzählt. Er spickt den Text mit Elementen der Film- und Fernsehszene. So beschreibt er zum Beispiel, wie er eine gewisse Situation mit Kameraeinstellungen versehen würde. Er spricht den Zuschauer, äh den Leser direkt an und verschafft sich dadurch eine vertrauensvolle aber auch geheimnisvolle Aura.

Man erfährt nur dann etwas, wenn man es erfahren soll. So bleiben bis zum Schluss viele Fragen unbeantwortet. Ein Muss für einen spannenden Thriller. Der Autor Ulrich Hofmanns arbeitete als Ghostwriter, Scriptautor und in diversen Jobs beim Film. Er weiß, wie man ein gutes Drehbuch schreibt. Gott sei Dank ist "The End" kein Film geworden, sondern ein Buch. Dies kann man Lesen, wenn mal wieder der Filmprojektor nicht anspringt!

Das Werk ist im Aufbau-Verlag erschienen und allen Filmfreaks gewidmet. Ich denke jedoch, dass Menschen außerhalb der Kinowelt ihre Schwierigkeiten mit einigen Inhalten haben werden. Man benötigt schon gewisse Vorkenntnis in der Filmgeschichte, um 'ruckelfrei' lesen zu können. Aber die Story ist gut genug, dass das ganze auch mit Büchern klappen würde. Also ein Bibliothekar mit einer finsteren Vergangenheit. Wäre ein Film wert...äh ein Buch!

Hmm... was wohl passiert wenn ich hier drücke? Oh, der Projektor läuft! Fantastisch! Dann kann ich mir jetzt in Ruhe den Film anschauen und ihr... ihr lest jetzt "The End" von Ulrich Hofmann.

Also liebe Leser, bis zum nächsten Mal!

(November 2009)


Mehr über den Autor...


Ulrich Hofmann wurde 1973 in Würzburg geboren. Er arbeitete als Ghostwriter, Scriptautor und in diversen Jobs beim Film. Er schreibt, seit er denken kann, und lebt heute in Berlin. 'The End' ist sein erster Roman, der 2008 veröffentlicht wurde.

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