Nächste Sendung
- OK Magdeburg - Mi. 22.05., 18 & 22 Uhr
(WDH jeden Dienstag, 20.00 Uhr)
Nach der Ausstrahlung im Offenen Kanal Magdeburg wird die aktuelle Sendung auch in folgenden Offenen Kanälen ausgestrahlt:
Lass uns Freunde werden!
Jugendstil findest du auch bei Facebook. Hier halten wir dich immer auf dem Laufenden was in der Kulturszene derzeit angesagt ist - noch vor der Erstausstrahlung der Sendung im Fernsehen!
Vorhang auf!
Unsere beiden Filmfreaks Jasper und Markus zeigen euch jeden Monat, welche Streifen ihr definitiv nicht verpassen dürft - und welche der absolute Flopp sind.
Jugendstil Magazin / Videoportal
| AutorIn: | Torsten Porstmann |
| Kamera: | Torsten Porstmann, Stefan Rakebrand |
| Länge: | 5min |
Das Stadtmarketing in Magdeburg hat ein neues Gesicht: Georg Bandarau ist der neue Stadtmanager und will Magdeburg zu einer Marke entwickeln.
Fünf Jahre lang war er bereits Stadtmanager in Halberstadt, bevor er in die Landeshauptstadt wechselte. Anreize boten sich für ihn genügend:
'Magdeburg ist sehr vielfältig, und in einer Kleinstadt sind die Möglichkeiten irgendwann ausgeschöpft. Magdeburg entwickelt sich immer wieder und es gibt so viele Möglichkeiten, die man in einer anderen Stadt nicht hat. Es ist keine fertige Stadt, und man kann noch in jede Richtung gehen, man kann das alles noch mitentwickeln und mitprägen. Das ist für mich der Reiz.'
Dem Stadtmarketingverein stehen im Jahr knapp 100.000 Euro zur Verfügung. Peanuts, im Vergleich zu anderen vergleichbaren Städten wie Halle oder Braunschweig. Davon müssen neben den Marketingprojekten auch alle anderen anfallenden Kosten wie Gehälter bezahlt werden. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, aber für Georg Bandarau auch eine Herausforderung.
Zudem ist das Team auch deutlich kleiner: drei Mitarbeiter unterstützen Georg Bandarau bei seiner Arbeit, eine Halbtagskraft, ein Student und eine FSJ-lerin. Für ihn aber alles keine Hindernisse.
'Wenn man das Geld nicht hat, dann muss man eben etwas mehr arbeiten, in dem Fall 12 oder 14 Stunden pro Tag, nach oben ist alles offen. Und es ist natürlich schwieriger gleichzeitig viele Projekte zu machen, sondern man muss Prioritäten setzen.'
Dass Überstunden durchaus nötig sind, zeigt eine in Arbeit befindliche Studie. Denn der Magdeburger an sich ist ja schon immer ein wenig unzufrieden mit der Stadt gewesen. Kein Wunder, dass es da einen Stadtmanager braucht, um die Beziehung zwischen Bürger und Stadt zu verbessern. Aber, es lohnt sich.
'Vor fünf Jahren haben 33% der Magdeburger gesagt dass sie sich in ihrer Stadt wohl fühlen. Mittlerweile sagen das über 90%. Das ist doch fantastisch!'
Solche Zahlen sind auch auf die unzähligen Projekte des Stadtmarketingvereins zurückzuführen. Dafür fährt Georg Bandarau dann auch kreuz und quer durch die Stadt. Für das jüngste Projekt führt ihn sein Weg zu einer Bäckerei nach Sudenburg.
'Das ist eine lustige Geschichte. Magdeburg ist bekannt durch seine Halbkugeln, und wenn man sich diese Brötchen anschaut dann sind das ebenfalls Halbkugeln, natürlich mit einem ganz besonderen Rezept.'
Das Rezept für ein erfolgreiches Stadtmarketing hingegen besteht in der engen Zusammenarbeit mit örtlichen Unternehmern. In Hinblick auf das geringe Budget ist dies auch notwendig.
'Wir sind davon abhängig dass die Unternehmen mitmachen. Wir liefern die Idee, zeigen wie man es machen kann und die Unternehmen setzen das dann entsprechend um. Das funktioniert sehr gut, vor allem da am Ende auch die Unternehmen etwas davon haben. Es ist also immer ein Geben und Nehmen. Und diese Idee mit den Brötchen zeigt dass so etwas einfaches auch gut laufen kann.'
Vor allem, da kleine Unternehmen, wie die Bäckerei, von solchen Projekten profitieren, wie Bäckermeister Otto bestätigt.
'Wir als Unternehmen haben nicht unbedingt das Know-How um in die Werbung zu gehen. Das kann Herr Bandarau viel besser, und er hilft uns dabei solche Produkte in den Markt hineinzubringen.'
Ein anderes Projekt des Stadtmarketingverein könnte es sogar ins Guiness Buch der Rekorde schaffen.
'Hinter mir befindet sich der vielleicht längste Kalender der Welt. Eine Firma aus Magdeburg produziert solche Sachen und haben uns erzählt was sie vorhaben. Da haben wir uns entschlossen das als längsten Kalender der Welt im Guiness Buch der Rekorde anzumelden. Vielleicht klappt es ja. Es ist auch wieder nur eine kleine Geschichte, die aber überregional schon große Beachtung erhalten hat.'
Groß ist er, in der Tat. Aber braucht es in Zukunft mehr solcher Hingucker um Stadtmarketing präsenter zu gestalten?
'Natürlich gehen wir nach Außen. Wir wollen uns positionieren und zeigen dass Magdeburg präsent ist, dass es die Landeshauptstadt ist und dass wir uns nicht zu verstecken brauchen. Das wollen wir auch zeigen.'
Bleibt nur noch die Frage, wie Georg Bandarau Magdeburg zu einer Marke entwickeln will. Und hier kommt der Domplatz ins Spiel.
'Magdeburg hat ein unglaublich vielfältiges Kulturleben. Das könnte man vielleicht nutzen um eine Marke zu etablieren unter dem Titel 'Internationale Magdeburger Domfestspiele'. Wir haben ein hervorragendes Theaterensamble, eine unglaublich schöne Kulisse auf dem Domplatz und der Dom selber ist sowieso ein Denkmal. Wenn man das alles verbindet und über Jahre hinweg so eine Marke etablieren kann, dann hat Magdeburg meiner Meinung nach sehr gute Chancen, sich international zu etablieren und viele Interessenten aus ganz Deutschland und dem Ausland nach Magdeburg zu holen .'
Festspiele auf dem Domplatz also. Schon im nächsten Jahr könnten diese stattfinden. Zu einem historischen Datum.
'Im nächsten Jahr feiern wir 800 Jahre Magdeburger Dom, der erste gotische Dom in Deutschland. Dazu schreibt der Domorganist auch ein Oratorium, eine Welturaufführung. Wenn wir damit nichts anfangen können dann haben wir alles versaut.'
(Februar 2008)
Die neuesten Beiträge im Überblick
Jugendstil ist ein Projekt des Offenen Kanal Magdeburg - © 2006-2013
