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- OK Magdeburg - Mi. 26.06., 18 & 22 Uhr
(WDH jeden Dienstag, 20.00 Uhr)
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| AutorIn: | Torsten Porstmann |
| SprecherIn: | Christina Knop |
| Länge: | 4min |
Graue, triste Fassaden. Der spröde Charme von Halle. Martin Schuster wäre wohl nie hier gelandet, hätte er sich an seinen ursprünglichen Lebensplan gehalten. Doch glücklicherweise entschied er sich gegen eine Lehre als Bankkaufmann und für ein Studium der Malerei.
Angefangen hat aber alles auf der Straße: Graffiti war für ihn der Einstieg in die bildende Kunst.
'Mit 15 Jahren habe ich in unserem kleinen Ort relativ viel gesprüht und wurde auch ziemlich schnell erwischt. Ich habe aber immer weiter gezeichnet und wollte auch nicht aufhören irgendwas kreatives zu machen. Deshalb haben mich meine Eltern dann zu einem Professor geschickt der Malerei gelehrt hat. Da habe ich dann zum ersten Mal gemerkt dass es mit Malerei für mich viel besser klappt und dass man damit ja auch Geld verdienen kann. So habe ich mich dann für den legalen Weg entschieden.'
Seitdem geht er also auf Nummer Sicher. Und studiert mittlerweile im zweiten Semester an der Burg Giebichenstein. Auch wenn der Pinsel jetzt das Werkzeug seiner Wahl ist; Elemente aus dem Graffiti finden sich immer wieder in seinen poppigen, sehr surrealistischen Werken. Das Hauptmotiv bilden jedoch Spielzeug-Figuren. Eine Bewältigung der eigenen Kindheit?
'[lacht] Es gibt schon viele Leute die mich darauf ansprechen, ob es nicht vielleicht bedenkenswert ist dass ich mit 21 jetzt plötzlich anfange einen Haufen Spielzeug und Puppen zu malen. Aber das hat damit eigentlich gar nichts zu tun. Die Wirkung ist von vornherein schon surrealistisch und viel spannender als wenn ich einfach nur Menschen malen würde. Und Menschen würden schon so viele gemalt, wie ich finde.'
Die Bilder, die daraus entstehen, sind seine Antwort auf den heutigen Medienkonsum. Die Welt als Kinderzimmer, in dem Spielzeugsoldaten marschieren. Und die Spaßgesellschaft schaut dabei vergnügt zu. Alles ist schön: Schön bunt. We love to entertain you.
Die Inspiration für seine Werke findet er im täglichen Leben.
'Wenn ich spazieren gehe oder Fernsehen schaue, sehe ich vielleicht irgendeine Werbung die ich lustig finde oder karikieren möchte. Oder ich bringe mir vom Flohmarkt irgendwelche Puppen oder anderes Spielzeug mit und stelle sie hier im Atelier zusammen. So entstehen in der Regel die Ideen.'
So schaffte es auch diese Puppe in eines seiner Werke, welches er nach Magdeburg zum dieHO-Kunstpreis einreichte.
Dass er damit neben dem ersten Preis auch gleich noch den dieHO-Sonderpreis gewinnen würde, damit hatte Martin wohl am wenigsten gerechnet. 'Ich bin einfach nur platt und super überrascht! Vor allem weil mich alle im Glauben gelassen haben dass es eh nichts mehr wird.'
Aber das Potential, welches in seinen Bildern steckt, machte der Jury die Wahl leicht. Dazu Volker Kiehn: 'Ich finde dass die Inhalte für einen 21jährigen schon ziemlich weit. In dem Alter war ich noch nicht so weit!'
Dabei waren die Bilder noch in seiner Schulzeit einfach nur Mist, wie Martin sagt. Umso erstaunlicher ist seine Entwicklung in so kurzer Zeit. Wenn diese in den nächsten Jahren so weitergeht, dann dürfte er auch bald über Sachsen-Anhalts Grenzen hinaus für Aufsehen sorgen.
(April 2008)
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