Jugendstil Offener Kanal Magdeburg
Jugendstil - Offener Kanal Magdeburg

Nächste Sendung

Videoportal
  • OK Magdeburg - Mi. 26.06., 18 & 22 Uhr
    (WDH jeden Dienstag, 20.00 Uhr)
  • Nach der Ausstrahlung im Offenen Kanal Magdeburg wird die aktuelle Sendung auch in folgenden Offenen Kanälen ausgestrahlt:

    OK Dessau | OK Salzwedel | OK Stendal | OK Wernigerode

Lass uns Freunde werden!

Jugendstil auf Facebook

Jugendstil findest du auch bei Facebook. Hier halten wir dich immer auf dem Laufenden was in der Kulturszene derzeit angesagt ist - noch vor der Erstausstrahlung der Sendung im Fernsehen!

Vorhang auf!

Filmfreaks

Unsere beiden Filmfreaks Jasper und Markus zeigen euch jeden Monat, welche Streifen ihr definitiv nicht verpassen dürft - und welche der absolute Flopp sind.

ansehen

Europa für Anfänger

Europa für Anfänger

Wie funktioniert eigentlich die Europäische Union? Unsere kleine Schulstunde auf europäisch gibt euch alle Antworten auf diese Frage!

ansehen

Jugendstil Magazin / Videoportal

Intime Momentaufnahmen
AutorIn:Torsten Porstmann
Kamera:Torsten Porstmann, Stefan Rakebrand
SprecherIn:Jacqueline Piwon
Länge:4min


Normalerweise steht Julia Skopnik hinter der Kamera. Doch mit dem Gewinn des dieHO-Kunstpreis in diesem Jahr änderte sich die Perspektive für sie. Plötzlich steht sie im Rampenlicht, Zeitungen schreiben über sie und Julia muss Interviews geben. Eine ungewohnte Situation für die Schönebeckerin.

"Ich studiere ja in Dresden, und da ist es relativ entspannt.", so die 20-jährige. "Da weiss niemand davon, und ich erzähle auch nichts darüber. Aber sobald ich sozusagen hier nach Hause komme merkt man schon, dass die Reaktionen unterschiedlich sind. Plötzlich fragen die Leute nach oder erkennen mich."

Vor drei Jahren entdeckte sie die Fotografie für sich. Doch da ihr die digitalen Fotos zu glatt und perfekt waren, kramte sie vor zwei Jahren den analogen Fotoapparat ihrer Eltern hervor.

Dieser wurde bald zu ihrem zweiten Sprachrohr.

"In der Jugend hört man viel Musik, sucht sich dann irgendwann die Songtexte dazu raus, und es passiert auch viel im Kopf. Bei mir war er voll mit Bildern und Textpassagen, die dann einfach raus mussten. Anfangs habe ich noch Texte geschrieben, aber nur für mich.
Irgendwann habe ich dann versucht die Geschichten und Texte aus meinem Kopf bildlich umzusetzen."


Seitdem entstehen ihre sensiblen Momentaufnahmen, die mit dem simplen Abbilden von Realität nicht mehr viel zu tun haben;
Jedes ihrer Fotos ist wie ein verträumter Popsong. Ihr Blick scheint der Zeit entrückt zu sein, Fehler und technische Unzulänglichkeiten versucht sie gar nicht erst zu kaschieren.
Sie sind Teil der Inszenierung, bei der sie zwei Aufnahmen im Nachhinein miteinander kombiniert und dadurch völlig neue Sinnzusammenhänge herstellt.

Nicht zuletzt dadurch scheinen einige Bilder exakt durchgeplant zu sein. Doch vieles passiert bei Julia Skopnik eher spontan. Lediglich die Ideen dazu entwickeln sich über einen längeren Zeitraum.

"Manche Bilder und Themen habe ich wirklich monatelang im Kopf. Die will ich festhalten, müssen raus aus meinem Kopf. Meine ganzen Wände sind voll mit Abzügen, damit ich mich an die Momente und Gedanken erinnern kann. Das ist so etwas wie ein Tagebuch - nur eben an den Wänden."

Ein Teil dieses Tagebuchs hat sie in ihrer Ausstellung öffentlich gemacht. Kein leichtes Unterfangen, denn das bedeutet, sich verletzbar zu machen und wildfremden Menschen Einblick in die ihre Welt zu geben.


Ein Fakt, der ihr in den Wochen vor der Ausstellung viel Kopfzerbrechen bereitet hatte.

"Vor der Ausstellung gab es auch Tage an denen ich die Bilder überhaupt nicht zeigen wollte, weil sie doch sehr privat sind. Da stecken für mich viele Gefühle dahinter. Teilweise dachte ich auch, die Bilder seien viel zu schlecht, wer will die denn schon sehen. Aber dann ist es ja doch eine tolle Sache und ich war gespannt darauf zu hören was die Leute dazu sagen. Das war also eine ziemliche Berg- und Talfahrt."

...Die sich am Ende mehr als gelohnt hat. Auch wenn es vorerst die letzte Erfahrung dieser Art für sie sein wird. Denn an eine weitere Ausstellung denkt sie vorerst nicht.

"Es war schon sehr gut sich mal eine Zeit lang sehr intensiv mit den eigenen Arbeiten auseinander zu setzen. Aber jetzt freue ich mich tierisch auf mein Studium, was in den letzten Monaten nicht der Fall war. Das ist ein schöner Ausgleich, mal wieder komplett was anderes zu machen. Ich weiss auch gar nicht was danach passiert, aber momentan kann ich meine Fotos sleber überhaupt nicht mehr sehen!"

Bleibt nur zu hoffen, dass ihre selbst auferlegte Kreativpause nicht all zu lange anhält.

(September 2009)


Mehr Informationen...


Seit 2007 schreibt die Magdeburger Produzentengalerie um Volker Kiehn und Sebastian Herzau den dieHO-Kunstpreis für ganz Sachsen-Anhalt aus. Eine Fachjury kürt dann den Gewinner oder die Gewinnerin. Um den unerfahreneren Nachwuchskünstlern und schlummernden Talenten eine fairere Chance einzuräumen, wurde der Preis 2009 geteilt: es gibt einen Hauptpreis (für Kunst-Studenten oder -Anwärtern) und einen Nachwuchspreis. Neben einem Preisgeld bekommen die Gewinner auch ihre eigene Ausstellung. Bis dahin werden sie durch die dieHO-Galerie betreut und gefördert. Möglichkeiten also, die man als junger Kunstschaffende so einfach nirgendwo erhält.

Da wundert es, dass von den 35 Bewerbern lediglich sieben Nachwuchskünstler waren. Woran das gelgen haben könnte haben wir Anfang des Jahres versucht heraus zu finden.
Wenn ihr aber kreativ seid, dann scheut euch nicht beim nächsten dieHO-Kunstpreis mitzumachen. Der startet in die vierte Runde - alle Informationen dazu findet ihr auf der Homepage der dieHO-Galerie.

Seit 2007 begleitet Jugendstil den dieHO-Kunstpreis um euch einen kleinen Einblick in die Arbeit der Preisträger zu geben:

2007 - Philine Delekta (Video folgt!)
2008 - Martin Schuster
2009 - Matthias Knöfel (Hauptpreis)


Ähnliche Beiträge


Martin Schuster - Die Welt als Kinderzimmer
dieHO-Kunstpreis 2009 - wo sind die Nachwuchskünstler?
Mathias Knöfel - Gewinner des dieHO-Kunstpreis 2009

Die neuesten Beiträge im Überblick

Jugendstil ist ein Projekt des Offenen Kanal Magdeburg - © 2006-2013