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- OK Magdeburg - Mi. 22.05., 18 & 22 Uhr
(WDH jeden Dienstag, 20.00 Uhr)
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Vorhang auf!
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| AutorIn: | Torsten Porstmann |
| Kamera: | Torsten Porstmann |
| SprecherIn: | Christina Knop |
| Länge: | 5 min. |
Ein reger Andrang an jungen Menschen, und alle wollen diese kleinen komischen Dosen? Was ist da los? Keine Angst, es handelt sich nicht um illegale Substanzen, sondern um harmlose Filme zum Fotografieren. Denn zum vierten Mal findet der f12 Fotowettbewerb statt. 24 Stunden lang tauschen 50 Magdeburger ihre Digitalkameras gegen analoge Apparate. Die Faszination des Wettbewerbs erklärt Susanne Lammel, die in diesem Jahr Leiterin des Organisationsteams von f12 ist:
"Das Besondere an der analogen Fotografie ist, dass man wirklich nur ein Versuch hat. Man drückt auf den Auslöser und das Foto muss es dann sein. Ein Kontrastprogramm zum normalen digitalen fotografieren."
Minimalismus als Anreiz
Das war auch für Bastian Ehl ein Grund, bei dem Wettbewerb mitzumachen. Eigentlich Berufsfotograf, reizte ihn der minimalistische Ansatz bei f12. "Das ist eigentlich eine ganz interessante Sache," meint Bastian. "Wenn ich das mit dem Fotografieberuf vergleiche, den ich sonst ausübe, dann ist das ein ganz anderes Fotografieren; 12 Versuche, 12 Bilder, 12 Ergebnisse – normalerweise würde ich wahrscheinlich 100 bis 150 Fotos für einen Versuch fotografieren, um dann auch sicher zu gehen, dass was bei rumgekommen ist. Insofern ist das schon ein ganz anderes Arbeiten."
Damit auch diesmal das Endprodukt stimmt, wird nichts dem Zufall überlassen. Gemeinsam mit Teamkollegin Iris Barthel überlegt er sich passende Motive für die vorgegebenen 12 Themen. "Zwischen Platten und Palästen" ist das Leitmotiv beim beim diesjährigen f12. Aus dem sehr architektonischen Thema machen sie eine Liebesgeschichte.
"Das Thema Architektur kann man auch auf das menschliche Leben beziehen," findet Iris. "Daraus haben wir dann eine Liebesgeschichte entwickelt - eine Beziehung, die sich aufbaut wie ein Haus. Denn eine Beziehung ist irgendwie auch wie ein Haus quasi architektonisch aufgebaut und kann auch genau so wie ein Haus eingerissen werden. Wenn beispielsweise eine tragende Wand in sich zusammen fällt. Das ist im Prinzip unser Ansatz."
Nur 24 Stunden Zeit
24 Stunden haben sie für die Umsetzung Zeit. Nicht viel, vor allem wenn ungeplante Pausen dazu kommen; Eigentlich wollen sie in diesem Plattenladen eines ihrer Fotos schießen. Abgesprochen ist alles, doch der Besitzer lässt auf sich warten. Dann kommt endlich der ersehnte Schlüssel.
Vor allem solch unerwartete Zwischenmomente sind es, die den f12 Fotowettbewerb ausmachen.
Am Set geht es dann weitaus professioneller zu, als bei den meisten Teilnehmern des Wettbewerbs: Stativ, Belichtungsmesser, Schärfepunkt – jedes Detail muss stimmen. Letzte Anweisungen von Bastian, dann der entscheidende Moment:
"Klick!"
"Die analoge Fotografie ist für mich keine Umstellung," erzählt uns Bastian. "Ich habe noch mit analog gelernt und kann mir daher das Bild vorher in meinem Kopf vorstellen. Für den f12 Fotowettbewerb habe ich nur den Technikumfang sehr reduziert und den ganzen Technikfuhrpark mal Technikfuhrpark sein lassen und nur dieses kleine Kameraschätzchen mitgenommen. Eine Festbrennweite, voll manuell, keine Automatik, kein Belichtungsmesser - und damit haben wir einfach fotografiert."
Bei komplizierteren Fotos wird zur Kontrolle aber auch mal der digitale Apparat hervorgeholt – der aber nicht so recht will, wenn sich die Kapazität des Akkus dem Ende neigt. Nix geht mehr, zumindest digital. Aber einen echten Profi bringt das nicht so schnell aus der Fassung, und so ist auch diese Aufnahme im Kasten.
Ob die Fotos am Ende auch etwas geworden sind, dass erfahren Bastian und Iris aber erst, wenn der Film entwickelt worden ist – zusammen mit denen der anderen 47 Teilnehmern.
Das Aus für den Wettbewerb?
Es könnte die letzte Entwicklung dieser Art beim f12 Fotowettbewerb werden. Bisher wurden – passend zum Namen – immer Filme mit 12 Aufnahmen an die Teilnehmer ausgegeben. Doch deren Produktion wird in diesem Jahr eingestellt. Für die Zukunft müsse man dann eben umplanen, meint Susanne Lammel: "Wir hoffen natürlich dass die analoge Fotografie bestehen bleibt, auch bei f12. Weil das der Grundtenor des ganzen Konzeptes ist. Allerdings müssten dann auf 24er Filme umgestellt werden, weil die 12er Filme nicht mehr produziert werden. Wahrscheinlich muss dann das Konzept irgendwie abgewandelt werden. Aber ich fände es schade wenn bei f12 auf digitale Fotografie umgestiegen wird, weil dann der ganze Grundtenor von f12 verloren gehen würde."
Der ist vor allem eines: Spaß am Fotografieren. Auch der Wettbewerbsgedanke tritt dabei schnell in den Hintergrund, findet auch Sebastian: "Ich bin gar nicht so der künstlerische Fotograf, sondern erschaffe in meinem normalen Tagesgeschäft Gebrauchsfotografien. Der Wettbewerb ist aber schon deutlich künstlerischer und das ist auch für mich eine sehr sehr große Umstellung gewesen, da bildliche Inhalte zu liefern. Das war eigentlich mal ganz interessant zu sehen, was man da selber leisten kann."
Bleibt zu hoffen, dass der f12 Fotowettbewerb auch in den kommenden Jahren Fotobegeisterte in Magdeburg zusammenbringt. Vom Amateur bis zum Profi.
(Juli 2010)
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Seit vier Jahren findet der f12 Fotowettbewerb nun schon statt, das Grundkonzept ist dabei immer das selbe geblieben: Innerhalb von 24 Stunden sollen die Teilnehmern mit Hilfe eines analogen Fotoapparates und eines 12er Filmes 12 Fotos zu 12 vorgegebenen Themen umsetzen. Die Themen variieren von Jahr zu Jahr, dazu gab es in der Vergangenheit immer wieder zusätzliche Aufgaben, die es zu lösen galt. 2009 mussten die Teilnehmer ihre Fotos beispielsweise nach ganz bestimmten Farbmustern gestalten. Darauf wurde in diesem Jahr verzichtet. Statt dessen gab es einen Kinderwettbewerb: Grundschulkinder sollten ebenfalls mit einer Kamera Ansichten ihrer Stadt bildlich festhalten.
Genau so wie sich die Themen von Jahr zu Jahr ändern, ändert sich auch die Zusammensetzung des Organisationsteams. Das besteht hauptsächlich aus Magdeburger Studenten, die die verschiedensten Fachrichtungen studieren. Durch diese Fluktuation "erfindet" sich der Wettbewerb in kleinen Teilen immer wieder neu.
Hinter dem Projekt steckt der Verein Kante e.V. ("Kultur Auf Neuem Terrain Erleben"), ein studentischer Zusammenschluß, der ehrenamtlich Kulturelle Veranstaltungen in der Landeshauptstadt organisiert. Beispielen sind neben f12 das jährliche Upgrade-Festival zum Städtepartnerschaftlichen Austausch, das musikalische Förderprogramm "Musik.Box" und zuletzt das Projekt "Die Insel".
Mehr über f12 findet ihr auf dem gleichnamigen Blog des Wettbewerbs. Auf der Homepage des Kante-Vereins könnt ihr euch über deren Arbeit, Projekte und die Mitarbeit informieren.
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