Jugendstil Offener Kanal Magdeburg
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  • OK Magdeburg - Mi. 26.06., 18 & 22 Uhr
    (WDH jeden Dienstag, 20.00 Uhr)
  • Nach der Ausstrahlung im Offenen Kanal Magdeburg wird die aktuelle Sendung auch in folgenden Offenen Kanälen ausgestrahlt:

    OK Dessau | OK Salzwedel | OK Stendal | OK Wernigerode

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Jugendstil Magazin / Videoportal

Stadt der Zukunft
AutorIn:Torsten Porstmann
Kamera:Torsten Porstmann, Stefan Rakebrand
Schnitt:Torsten Porstmann
SprecherIn:Marie-Luise Heine
Länge:5 min.



Einen solchen Andrang hat diese leer stehende Plattenbauwohnung schon lange nicht mehr gesehen. Jugendliche, Architekten, Planer und Designer wollen hier einen Teil der Stadt der Zukunft entstehen lassen. Gefolgt sind sie einem Aufruf des Bauhaus in Dessau zu einer internationalen Sommerwerkstatt mit dem Titel "Jugend baut Zukunft". Vor allem die Jugendlichen sollen ihre Visionen zur Stadtplanung verwirklichen, wie die Projektleiterin Elisabeth Kremer vom Bauhaus Dessau erklärt:

"Einerseits geht es um die Frage, wie man Jugendliche für ihre Stadt begeistern kann und sie dazu anregen kann, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen. Andererseits gibt es in der Innenstadt von Dessau viele leer stehende Gebäude und ungenutzte Plätze, mit denen man viel machen könnte. Diese beiden Aspekte werden in der Sommerwerkstatt zusammen gebracht. Wir geben den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit ihrer Stadt auseinanderzusetzen und zu überlegen, was man da ändern oder machen könnte."

Jugendliche als Impulsgeber


Leerstand, schrumpfende Städte, Überalterung – nicht nur viele Ostdeutsche Städte haben mit den Folgen dieser Entwicklung zu kämpfen. In Dessau sollen die Jugendlichen an sechs verschiedenen Orten spielerisch mögliche Lösungswege entdecken.

Es geht um scheinbar banale Dinge wie die Frage, was eigentlich Heimat bedeutet. Auch der öffentliche Nahverkehr und die Anbindung der Stadt an ihren Fluss spielen ein Rolle. Elisabeth Kremer erzählt uns, dass viele dieser Themenfelder erst von den Jugendlichen als Problem erkannt wurden."
Dessau ist eine Stadt an der Mulde, hat aber ihre Beziehung zum Fluss verloren. Das ist mir erst durch die Ideen der Jugendlichen aufgefallen. Ich finde, da eine Bar zu errichten ist wieder ein Schritt hin zur Mulde und zu der Frage, wie man an dieser Beziehung zwischen Stadt und dem Fluss wieder neue Impulse geben kann. Das ist durchaus auch ein allgemeines Problem von der Stadt Dessau, das mit angesprochen wird. Und nicht nur ein Problem der Jugendlichen."


Kommunikation im Öffentlichen Raum und deren Auswirkungen


Gemeinsam mit Architektur- und Designbüros sollen die Jugendlichen in verschiedenen Workshops ihre Visionen entwickeln. Mit dabei Steffen Schuhmann vom Berliner Designstudio anschlaege.de. Er möchte gemeinsam mit ihnen die Grenzen und Möglichkeiten der Kommunikation innerhalb der Stadt ausloten. Ob Werbeplakat oder Hinweisschild – Städte sind die idealen Projektionsflächen für Botschaften. Mit direkten Auswirkungen auf die Bevölkerung.
Wir haben an verschiedenen Orten, an denen es so aussah als ob sich nichts bewegen kann, festgestellt, dass man mit dem Wecken von Wünschen und dem Aufstellen von Behauptungen ziemlich viel bewegen kann", erzählt Steffen Schuhmann, der den Workshop leitet. "Und das wollen wir auch mit den Workshopteilnehmern ein bisschen weiter austesten und schauen, wie man das in einem Zusammenhang, wie der in Dessau besteht, ausreizen kann."

Ganz Dessau als Spiel- und Experimentierwiese. Für die Jugendlichen ist es eine einmalige Gelegenheit, sich mit den Problemen und Chancen der Stadtplanung auseinander zu setzen. Dessau könnte dadurch Impulse für die eigene Stadtentwicklung erhalten. Doch das Interesse vom Stadtplanungsamt an der Sommerwerkstatt hält sich - noch - in Grenzen.
Für das Bauhaus Dessau aber ist das Projekt und die Zusammenarbeit mit Jugendlichen naheliegend, findet Elisabeth Kramer: "

Ganz in der Tradition des Bauhaus


Es gibt ja eine Zeitschrift von 1926, da steht 'Junge Menschen, kommt ans Bauhaus!'. Das ist wie unser Projekt 'Jugend baut Zukunft', dass man sagt, die Jugendlichen haben diese zukünftigen Idee und mit denen kann man etwas verändern, etwas bewegen und neu erschaffen. Es geht darum, ihre Neugierde zu unterstützen, das Experimentieren und dass es wichtig ist, Grenzen zu überschreiten. Dieses Denken zu fördern ist besonders wichtig für das Bauhaus. Und ich glaube, das ist auch der originäre Gedanke vom Bauhaus."


Von diesem Gedanken lassen sich vielleicht auch die Stadtplaner in Dessau und anderswo anstecken. Denn die Städte der Zukunft werden von der heutigen Jugend bewohnt werden.

(August 2010)


Mehr Informationen...


Ende August treffen sich 57 Jugendliche aus mehrern Ländern wie der Schweiz, Polen oder Tschechien zur Sommerwerstatt "Jugend baut Zukunft" in Dessau-Roßlau. Sie sollen der Stadt ein frisches und jugendliches Gesicht verpassen. Leitidee der Sommerschule ist, dass die Jugendlichen ihre Ideen durch eigene Entwürfe und
unter Verwendung gebrauchter Materialien zum Ausdruck bringen. Dabei erzeugen sie neue temporäre Räume und stellen sie der Stadtöffentlichkeit und den Anwohnern zur Diskussion. soll ein lebendiger Prozess der Veränderung in Gang gebracht werden

Aufgeteilt auf sechs verschiedene Workshops, sollen die Jugendlichen ihre Gedanken und Visionen direkt im urbanen Umfeld verwirklichen. Keine Diskussionsrunden oder Reißbrettarbeiten - sie sollen sich umittelbar ausprobieren und die gesamte Stadt und ihre Bevölkerung mit einbeziehen. Geplant sind neben einer Amazonasbar zur Verbindung von Stadt und Fluss unter anderem auch eine täglich neu eingerichtete Wohnung, um herauszufinden, unter welchen Bedingungen man sich heimisch fühlt.

Angeleitet werden die Workshops von verschiedenen Designern, Architekten, Planungsbüros und Künstlern aus ganz Deutschland.

Weitere Informationen zu dem Projekt und zu den einzelnen Workshops findet ihr auf der Homepage des Bauhaus Dessau.


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