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    (WDH jeden Dienstag, 20.00 Uhr)
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Jugendstil Magazin / Videoportal

Schnipsel und nackte Haut
AutorIn:Torsten Porstmann
Kamera:Torsten Porstmann, Stefan Rakebrand
Schnitt:Torsten Porstmann
SprecherIn:Christina Knop
Länge:4 min.



Wenn Monique Behne Kunst macht, dann spontan. Für ihre Collagen wurde sie als beste Nachwuchskünstlerin mit dem dieHO-Nachwuchspreis ausgezeichnet. Damals, vor gut einem halben Jahr, war an eine Ausstellung noch gar nicht zu denken: "Vorher hatte ich noch nix so groß was ich ausstellen konnte", so Monique. "Ich hatte mir dann einen Plan gemacht wieviel ich für die Ausstellung schaffen muss. Aber am Ende hat sich alles einfach so ergeben. Ich habe mal zwei Wochen durchgearbeitet und dann hatte ich einen Monat mal gar nichts gemacht. Also so nach Plan hat es dann doch nicht so funktioniert."

Am Ende hat sie es aber geschafft. Herausgekommen ist eine meist amüsante und kurzweilige Ausstellung. "Schnipselkleber" hat Monique sie passenderweise genannt.

"wenn ich z.B. Zeitschriften durchgucke und dann sehe ich ein Bild was mich fesselt, dann überlege ich mir ob ich das in einem anderen Licht darstellen oder zerschneiden könnte. Dadurch kann ich was ganz neues entstehen lassen."

Neben einigen guten Ansätzen wirken manche dieser Neukreationen recht erzwungen und oberflächlich. Aber hej, schließlich ist Monique auch kein Profi! Kunst "Just for fun!" Auch wenn das nicht unbedingt die Intention des dieHO-Nachwuchspreis ist.

Was ist "schön"?


Ein ganz anderes Kaliber ist die Arbeit von Anna Herrgott: Nackte Menschen, so weit das Auge reicht. Natürlich alles im Dienste der Kunst – oder Wissenschaft. Denn Anna Herrgott ist mit "Beautylization" dem Schönheitsideal der Deutschen auf der Spur.

"Ich habe sehr viele Freundinnen, die unter dem Ideal leiden", erklärt Anna. "Die so schlank sein müssen wie das Ideal und sich nicht wohl fühlen in ihrem Körper. Und ich wollt einfach nur herausfinden ob es wirklich so ist, dass dieses Ideal vor allem auch von den deutschen Männern gemocht wird oder ob die eher auf proportioniertere Frauen stehen mit breiterem Becken. Damit wollte ich meinen Freundinnen eigentlich zeigen, dass es nicht so ist."

Für ihre Untersuchung sprach sie die Menschen direkt auf der Straße an. Per Baukastensystem konnten sie sich ihre Traumfrau zusammensetzen. Das Ergebnis: "Eigentlich eine gut proportionierte Frau würde ich sagen. Ein Glück nicht so schlank wie das Ideal in den Medien, ein bisschen Hüfte ist dran, was ich ganz schön finde."

Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist: die Ausstellung ist beeindruckend. Und brachte ihr den dieHO-Kunstpreis 2010 ein. Für die Kunststudentin war es zudem die erste Einzelausstellung. Und an der kommt niemand spurlos vorbei. "Ich hoffe, dass sich die Besucher überlegen wie es weiter geht mit dem Ideal und dass sie überhaupt mal darüber nachdenken. Dass sie nicht nur vorbei rennen. Und überlegen, ob ihnen das gefällt und ob das Ideal denn wirklich so toll ist wie es alle behaupten oder wie es in den Medien vermittelt wird."

Teilung des Kunstpreis macht Sinn


Zum ersten Mal wird deutlich, warum der dieHO-Preis 2009 geteilt wurde: Hobbykünstler wie Monique hätten vorher keine Chance gehabt. Vielleicht aber wäre nur das konsequent gewesen. Denn eine "richtige" Künstlerin will die "Nachwuchskünstlerin" gar nicht werden:
"Ich könnte mir schon vorstellen dass ein bisschen weiter zu entwickeln und schauen wo das hinführt", meint Monique. "Vielleicht werde ich nochmal woanders ausstellen. Also ich könnte mir schon vorstellen das so nebenbei laufen zu lassen."

Kunst einfach so nebenbei? Warum eigentlich nicht? Eines bewirkt der Preis auf jeden Fall: Mehr als ein Jahr lang setzen sich junge Menschen mit Kunst intensiv auseinander. Die nächste Bewerbungsfrist für den dieHO-Kunstpreis hat auch schon begonnen. Wer weiß, vielleicht habt ihr im nächsten Jahr schon eure eigene Ausstellung!

(Oktober 2010)


Mehr Informationen...


Der dieHO-Kunstpreis wird seit 2007 von der dieHO-Galerie in Magdeburg-Westerhüsen ausgeschrieben. Ziel ist es, junge Künstler aus Sachsen-Anhalt zu würdigen. 2009 wurde der Preis geteilt: in einem Nachwuchs- und einen Kunstpreis, der für Studenten und "erfahrene" Künstler gedacht ist.

Weitere Informationen zum Künstpreis und den Teilnahmebedingungen findet ihr auf der Homepage der dieHO-Galerie. Alles zu Anna Herrgotts Projekt "Beautylization" findet ihr zudem auf der passenden Homepage dazu.


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