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Triebwerk Magdeburg
AutorIn:Patrick Reising; Anne Bornkessel
Kamera:Emely Hoppe; Anne Bornkessel
Schnitt:Anne Bornkessel
SprecherIn:Anne Bornkessel
Länge:4 min


Der Blaue Bock. Das ist der Name des neuen Kulturpreises für Magdeburg.Einer dieser begehrten Trophäen ging an die Gründer des Triebwerk. Ungewöhnlich für einen Club der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal sechs Monate existierte.

"Im Februar haben wir uns das Objekt angeschaut. Und im März haben wir angefangen Umbauarbeiten durchzuführen. Wir müssen dazu sagen, dass wir sehr sehr viele Helfer hatten.Gerade auch was unseren Vermieter betrifft, der uns in vielen Sachen sehr geholfen hat. Aber wir haben weder Kredite noch Sponsoring für uns wahrgenommen."

Eine alte Lagerhalle so umzubauen das darin Veranstaltungen statt finden können ist eine ziemliche Herausforderung.

"Als wir das Triebwerk im Prinzip übernommen haben, war es nur ein leerstehender Körper.Es gab weder Strom noch Wasseranschlüsse, noch war das Dach dicht. Alle Lampen waren Kaputt, alle Fenster waren kaputt. Die Halle war im Prinzip nicht nutzbar. Da ist es natürlich auch für Leute die zum ersten Mal etwas damit zu tun haben, ein schwerer Schritt sich damit zu befassen und umzusetzen. Und auch so umzusetzten, dass es nach geltenden Veranstaltungsrichtlinien oder vDE geht.Das heißt alles was Elektrik betrifft.Denn das muss auch nach geltenden Normen gemacht werden, so dass man im Endeffekt die Verantwortung für eine Veranstaltung übernehmen kann."

Das Triebwerk soll nicht nur ein reiner Electroclub sein. Sondern auch kulturell den Magdeburgern etwas bieten können.

"Also ausgelegt ist es eigentlich für jede Art von veranstaltungen. Wie wir letztes Jahr auch schon gezeigt haben, sind nicht nur Partys der Sinn und Zweck des Triebwerk, sondern auch Theaterstücke und Konzerte. Sogar Konzerte und Theaterstücke vorrangig."

Soweit so gut. Bis jetzt fallen aber vorallem Plakate vom Triebwerk auf, auf denen die nächste Electrofete angekündigt wird. Von Konzerten oder Theaterstücken ließt man nur selten.

"Wir kommen alle aus dieser Szene, aus der Electroszene.Und unser Ziel ist es natürlich auch dieses Publikum anzusprechen. Da machen wir auch keinen Hehl draus.Vorrangig wollen wir genau diese Generation, die diese Musik hört ansprechen.Aber parallel dazu gibt es auch noch jede Menge Sachen die auch dieses Kliente interessiert. Es ist ja nicht nur weil man electro hört, dass man dann nicht zu Theaterstücken gehen kann. Genauso ist es so, dass wenn man techno hört, dass man sich nicht für Ausstellungen oder Gemälde interessiert. Wir wollen einfach eine Kombination daraus bilden.Also wir wollen nicht generell ein Ausstellungsort für Kunst werden, aber wir wollen auch nicht generell ein Veranstaltungsort für elektronische Musik werden. Wir wollen eine gute oder optimale Kombination aus beidem sein."

Es gibt verschiedene Gründe weshalb im Triebwerk momentan mehr Electroveranstaltungen als kulturelle stattfinden.

"Bei Theaterstücken ist man generell immer auf Subventionen angewiesen. Das liegt daran, dass die Eintrittspreise relativ gering sind. Dann gibt es weniger Publikum und auch die Zeit der Veranstaltungen ist kürzer. Bei Konzerten sind zudem die Unkosten wesentlich höher und der Aufbau komplizierter. Denn es gibt umpfangreichere Technik. Und von dem Punkt her haben wir uns jetzt mit Pubkulies und Rebecca und mit Bloomquvist an die ersten Konzerte herangewagt. Am 12. Mai sind die nächsten Konzerte. Und dann werden wir schauen wie es weiter geht."

Neben dem Konzert sind auch andere Projekte in der nächsten Zeit geplant.

"Es wird eine Fotoausstellung geben, deren Name "die Fotografen der Nacht" sein wird.Genauso wird es einen Abend geben, wo pure Videoinstallationen bei uns in der Halle ablaufen. Und wir sind bemüht, je nachdem wie sich das auch mit der Stadt verhält, Sommerkino bei uns abzuhalten."

Man kann also gespannt sein was das Triebwerk auch kulturell gesehen in den nächsten Monaten bieten wird. Denn Magdeburg hat schon mehr als genug reiner Electroclubs.

(März 2012)


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